Die Teezeremonien
Die chinesische Teekunst Die russische Geselligkeit Der „5 o'clock tea"
Die japanische Teezeremonie Die marokkanische Gastfreundschaft

Die chinesische Teekunst: das Gong Fu Cha

Die chinesische Teezeremonie stammt aus dem Ming-Zeitalter und ist auf Taiwan noch immer lebendig. Unter dieser Dynastie begann man, Tee gebrüht aus der vorher unbekannten Teekanne zu trinken. Teetrinken war damals ein sozialer Akt mit komplizierter Etikette.

Im Tee-Lehrbuch „Cha Su" werden alle Schritte zur Zubereitung des Tees, die zum Gong Fu Cha gehören, genau beschrieben. Noch heute bewahren die meisten taiwanesischen Teehäuser diese Regeln und wählen Tonwaren und Keramik mit großer Sorgfalt aus. Die Tees, die man dort genießt, meistens halbfermentierte Sorten, sind von einer außergewöhnlichen Qualität.

 

Die Zeremonie

• Erhitzen der Teekanne
Wenn das Wasser zu sieden beginnt, gießt man ein bißchen davon in die Teekanne, die in eine Art große Schüssel, genannt „Teeboot", gestellt wird. Die Teekanne wird mit dem Deckel abgedeckt und dann in eine zweite Kanne, eine Art Topf, der mit einem Ausguss versehen ist, geleert.


• Vorbereitung der Blätter
Danach wird die Teekanne zur Hälfte mit Blättern gefüllt, auf die ein wenig Wasser zum Abspülen gegeben wird; dieser Aufguss wird dann in auch in die zweite Kanne abgegossen.


• Vorbereitung der Tassen
Der Inhalt der zweiten Kanne wird sodann in das Teeboot geleert, so dass die Teekanne in der heißen Flüssigkeit steht. Zwei Tassen aus Xi-Xing-Ton, eine große und eine kleine, werden umgedreht zur Erwärmung in das Wasser gestellt.


• Erster Aufguss
Die Teekanne wird bis zum Überlaufen gefüllt, damit der Schaum abfließt. Weiterhin in ihrem Boot stehend, wird sie mit dem Deckel abgedeckt und dann mit Wasser aus dem Teekessel übergossen. Ob der Tee lange genug gezogen hat, sieht man an der Tülle: verschwindet dort der Tropfen, ist der Aufguss fertig.


• Erstes Kosten
Die zwei erwärmten Tassen werden auf den Untertassen angerichtet. Die große Tasse, die zum Einatmen des Dufts dient, wird vollgeschenkt und dann in die kleine Tasse geleert. Der Teeliebhaber nimmt den Duft des Tees aus der großen Tasse auf und trinkt aus der kleinen Tasse, langsam und in kleinen Schlucken.
Der Aufguss kann mit denselben Blättern auf die beschriebene Art dreimal erneuert werden. Das Teeboot muss dabei regelmäßig geleert werden, damit das Wasser nicht erkaltet. Nach dreimaligem Aufguss wird die Teekanne mit neuen Blättern gefüllt.
Der so zubereitete Tee ist sehr stark und sollte wie ein Likör in sehr kleinen Mengen genossen werden.

Tee und Zubehör der Gong Fu Cha Zeremonie.

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