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Teeverkostung
Bei der Verkostung werden die Geschmackseindrücke in drei Schritten wahrgenommen.
Der erste Kontakt mit dem Tee ist der direkte Geruchseindruck über das Einatmen: schon wenn die Tasse zum Mund geführt wird, beginnt man, freiwillig oder unfreiwillig, den Duft des Tees einzuatmen. Diese Art der Olfaktion, die direkte Olfaktion (über die Nase) genannt wird, gibt nur wenig Aufschluss darüber, was man gleich trinken wird. Da beim Einatmen nur 10 % der Geruchsmoleküle zu den Geruchssinneszellen gelangen, ist ein schnelles und kurzes „Schnüffeln" erforderlich, um den Duft besser wahrzunehmen.
- Beim nächsten Schritt wird im Mund der Geschmack wahrgenommen, indem man einen Schluck Tee trinkt. Dabei finden zwei Sinneswahrnehmungen statt: das Schmecken und das Ertasten. Beim Tee-Geschmack gibt es drei Möglichkeiten: bitter, säuerlich und süß. Das Ertasten erfolgt über den Kontakt des Tees mit der Mundschleimhaut und den Zähnen; dabei werden die Temperatur und die Textur des Aufgusses wahrgenommen. Auch die Wahrnehmung der Adstringenz, des Körpers und der Weichheit findet in diesem Moment statt. Bezüglich des Geschmacks sind die Informationen dieser zweiten Wahrnehmungsetappe noch sehr begrenzt, denn die Wahrnehmung der Aromen hat noch nicht stattgefunden.
- Beim Herunterschlucken findet die sogenannte Retro-Olfaktion statt, dabei tritt durch den Luftausstoß durch die Nase Luft in die Mundhöhle. Dieser “Luftstrom” erlaubt eine Wahrnehmung der Duftmoleküle zu 100%. Um sich die Bedeutung dieses Schrittes bewusst zu machen, genügt es, sich beim Hinunterschlucken die Nase zuzuhalten: die Retro-Olfaktion ist dann auf die Wahrnehmung der drei vorher genannten Geschmacksrichtungen begrenzt.
Die Vielfalt der Aromen eines eines Getränks wie dem des Tees wird also hauptsächlich über die Retro-Olfaktion wahrgenommen.
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