Der „5 o’clock tea“

Der „Five o’clock Tea“ ist in Großbritannien ein wahrhaftiges Ritual, das wohl ins 19. Jahrhundert auf die 7. Herzogin von Bedford zurückgeht. Zu dieser Zeit frühstückte man früh morgens und aß abends sehr spät. Die Herzogin hatte es sich zur Gewohnheit gemacht, zwischen drei und vier Uhr nachmittags zu einer leichten Mahlzeit eine Tasse Tee zu trinken. Sie lud bald auch ihre Freunde dazu ein und schuf so eine Mode, die schnell Beliebtheit erlangte und sich verbreitete.

Der Tee in England

Der Tee kommt zu einer Zeit nach England, in der gerade Cafés und sogenannte Coffee-Houses in Mode sind, die immer beliebter werden und sich immer weiter verbreiten. Katharina von Braganza, Infantin von Portugal und Frau des damaligen englischen Königs, hatte in ihrer Mitgift die Stadt Bombay und ihre Gewohnheit, zu jeder Tageszeit Tee zu trinken, mitgebracht. Seitdem hat der Tee großen Erfolg in England. Er wird am Hof beliebt und verbreitet sich bald auch in allen anderen Gesellschaftsschichten. Heute ist der Englische Tee einer der Pfeiler der englischen Gesellschaft: die Briten trinken ihn den ganzen Tag über. Man beginnt mit dem „Early Morning Tea“, der oft noch im Bett getrunken wird. Dann der „Breakfast Tea“, der zu einem üppigen englischen Frühstück, gefolgt von einer Tasse Tee um 11 Uhr und schließlich der Klassiker, der „Five o’clock Tea“. Selbst vor dem Zubettgehen wird oft noch eine Tasse Tee getrunken.

Five o’clock Tea

 

Heute wie damals, trifft man sich zum Englischen Tee im Familienkreis oder unter Freunden. Um den Vorlieben eines jeden gerecht zu werden, werden immer Milch, Zucker und Zitrone dazu gereicht.
Die fünf goldenen Regeln der Teezubereitung für Englischen Tee:

  • die Teekanne kurz mit heißem Wasser ausspülen, damit sich die Teeblätter erwärmen und ihre ganzen Aromen entfalten können,
  • pro Tasse einen Löffel Tee in die Teekanne geben plus einen für die Kanne,
  • heißes, niemals kochendes, Wasser in die Teekanne geben,
  • drei bis fünf Minuten ziehen lassen,
  • umrühren und servieren.

Seitdem er im 19. Jahrhundert zur Mode wurde, hat der Englische Tee am Nachmittag zur Entstehung zahlreicher kleiner Zubereitungshelfer und Gebäckstücke geführt. Tea-Caddies, Teewärmer, Tee-Eier, Teesiebe, Zuckerdosen, Milchkännchen, Teetassen, Teekannen, Scones, Shortbread, etc., tragen dazu bei den Wert dieses Rituals zu erhöhen und schaffen so die gemütliche Atmosphäre des englischen Tees.