Tee und Gesundheit

Tee und Gesundheit – von Anfang an galt der Tee in Asien als gesundheitsfördernd. Schon die ältesten historischen Quellen über den Tee heben seine Heilkraft hervor: Ursprünglich wurde Tee als Brei für Umschläge gegen Rheuma benutzt. Der Vater des chinesischen Ackerbaus und der chinesischen Pflanzenheilkunde, Kaiser Shen Nong beschrieb den Tee in seinem Arzneipflanzenkompendium Shen Nong Ben Cao Jing als Pflanze, die „der Müdigkeit entgegenwirkt, den Willen stärkt, die Seele ergötzt und den Blick schärft“. Im 21. Jahrhundert liefert uns die Medizin die wissenschaftlichen Erklärungen für die zahlreichen wohltuenden Wirkungen des Tees, die aus einer 2000jährigen Erfahrung bekannt sind.

Koffein oder Thein

Tee enthält 3 Xanthine: Koffein, Theophyllin und Theobromin. Diese organischen Substanzen werden im Fermentationsprozess nicht abgebaut und sind deshalb in allen Teesorten vorhanden, egal welche Farbe diese haben.

Thein und Koffein

Koffein ist das Hauptxanthin des Tees. Es macht 2-3 % des Gewichts des getrockneten Blattes aus. Dabei muss man wissen, dass es sich bei Thein und Koffein um dasselbe Molekül handelt, das im Kaffee nur in proportional größeren Mengen vorhanden ist.
Der Koffeingehalt eines Tees hängt zum einen von den verarbeiteten Blättern ab - die Knospen und das erste Blatt enthalten doppelt so viel davon wie die Souchong-Sortierungen - zum anderen von der Pflückzeit, da das Klima die Blattreifung beeinflusst.

Einige Tees haben deshalb einen hohen Koffeingehalt – Primeur-Tees oder Pflückungen mit hohem Knospenanteil – während andere praktisch koffeinfrei sind, wie Rauchtees und Oolong-Tees. Koffein regt das Nervensystem an. Im Gegensatz zu dem im Kaffee enthaltenen Koffein, verbreitet sich das im Tee enthaltene Koffein viel langsamer im Organismus. Es belebt und fördert die Konzentration, ohne aufzuregen. Deshalb ist Tee das ideale Getränk sowohl für die geistige wie auch die körperliche Aktivität.

Die stimulierende Wirkung des Tees kann bei Menschen, die sehr sensibel auf Koffein (oder Thein) reagieren, zu Problemen beim Einschlafen führen. Aber man kann seinen Tee auch selbst „entkoffeinieren“ ohne dessen Geschmack zu verändern: Da Thein ein Inhaltsstoff ist, der in den ersten zehn Sekunden des Ziehens freigesetzt wird, reicht es aus, die Teeblätter einmal mit siedendem Wasser zu übergießen, ca. 10 Sekunden zu warten und diesen ersten Aufguss dann wegzuschütten.

Theophyllin

Theophyllin ist in sehr viel geringeren Mengen als Koffein vorhanden. Es wirkt in erster Linie gefäßerweiternd, d.h. es erweitert Adern und Herzkranzarterien und erhöht deren Durchfluss. Zum Teil erklärt dies, warum Tee, ob heiß oder kalt getrunken, immer ein erfrischend wirkt: Die Gefäßerweiterung ist ein Phänomen, dass zur Temperaturregelung des Körpers beiträgt. Theophyllin regt außerdem die Atmung an und wird deshalb auch in Medikamenten gegen Asthma verwendet.

Theobromin

Dieses Xanthin ist in geringeren Mengen vorhanden als die oben genannten Substanzen und wirkt stark harntreibend.

Tannine oder Polyphenole

Die Tannine oder auch Polyphenole im Tee sind mit denen im Rotwein zu vergleichen und haben ähnliche Eigenschaften. Einige Eigenschaften des Tees, wie Farbe, Körper oder Stärke, hängen direkt von diesen Polyphenol-Derivaten ab und den Prozessen, die sie durchlaufen haben. Ein Tee mit hohem Tanningehalt ist leicht an seinem herben Geschmack zu erkennen, der manchmal sogar zu Bitterkeit wird, wenn der Tee zu lange gezogen hat: Die Konzentration der Tannine im Tee wächst mit der Ziehzeit, was den Tee bitter werden lässt.

Polyphenole im Grünen Tee

In der Forschung wurde nachgewiesen, dass Polyphenole im Grünen Tee einen Einfluss auf das „schlechte“ Cholesterin haben. Der Genuss von täglich 5 Tassen Tee führt nach einigen Monaten zu einem Sinken des LDL-Cholesterinwertes (des „schlechten“ Cholesterins im Gegensatz zum HDL-Cholesterin). In anderen Studien, die diesen Aspekt vertieften, wurde nachgewiesen, dass Tee zur Vorbeugung von Herz- und Gefäßerkrankungen beiträgt.
Auch in der Verdauung wurde eine Wirkung des Grünen Tees nachgewiesen: Durch den Genuss von Grünem Tee wird die Aufnahme von Fetten während des Verdauungsprozesses eingeschränkt. So fördert eine Tasse Grüner Tee etwa 40 Minuten nach der Mahlzeit die Verdauung, indem sie den Abbau von Fetten stimuliert.

Antioxidative Wirkung

Auch zahlreiche wissenschaftliche Hypothesen bezüglich der antioxydativen Wirkung des Tees werden überprüft. Die Polyphenole, die im Grünen Tee in großen Mengen vorhanden sind, spielen vermutlich eine wichtige Rolle bei der Neutralisierung von freien Radikalen, die für die Zellalterung verantwortlich sind. Eines dieser Polyphenole, das Epigallo-Catechin-Gallat, bildet den Gegenstand vertiefter wissenschaftlicher Studien, die die Wirksamkeit der Substanz gegen die Entwicklung von Tumorzellen untersuchen.
Zur Zeit werden diese Forschungen an Tieren durchgeführt; es muss noch nachgewiesen werden, dass die Ergebnisse auf den Menschen übertragbar sind, um eine Verbindung zwischen dem Verzehr von Grünem Tee und der Prophylaxe gewisser Krebserkrankungen herstellen zu können.

Vitamine, Mineralstoffe und Eisen

Vitamine im Tee

Vitamin C
Tee ist eine Pflanze mit hohem natürlichen Vitamin-C-Gehalt (ca. 250 mg in 100 g frischen Blättern). Das Vitamin wird allerdings zerstört, wenn es in auf über 30°C erhitztem Wasser zieht. Der Tee an sich liefert also kein Vitamin C, doch durch die darin enthaltenen Flavonoide wird die Aufnahme von Vitamin C durch unseren Körper gefördert.

Vitamin P
Vitamin P, das im Tee in bedeutenden Mengen vorhanden ist, stärkt die Kapillaren und verkürzt die Blutungszeit.

Vitamine der B-Gruppe
B-Vitamine sind sehr wasserlöslich, viele von ihnen sind in der Tasse vorhanden. Sie tragen zur allgemeinen Gesundheit des Organismus bei, da sie den Stoffwechsel fördern, d. h. die Gesamtheit der physikalischen und chemischen Reaktionen, die im Gewebe ablaufen: Energieverbrauch, Ernährung, Nährstoffaufnahme …

Mineralstoffe im Tee

Tee hat einen hohen Gehalt an Potassium und Fluor. Die Bedeutung von Fluor in der Kariesvorbeugung ist bekannt. Zugleich enthält Tee aber sehr wenig Sodium, so dass er sich ausgezeichnet für salzarme Diäten eignet.
Alle angeführten heilkräftigen und gesundheitsfördernden Wirkungen gehören in den Bereich der Ernährung, nicht in den der Krankheitsbehandlung. Das Trinken von Tee, in welchen Mengen auch immer, wird niemals ausreichend sein, um dem Körper die zur Behandlung einer bestimmten Krankheit notwendigen Mengen an Wirkstoffen zuzuführen. Der regelmäßige Teegenuss leistet jedoch einen wirksamen Beitrag zur allgemeinen Gesundheit und zur Prophylaxe bestimmter Erkrankungen.